{"id":8425,"date":"2024-09-26T19:36:42","date_gmt":"2024-09-26T17:36:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/?page_id=8425"},"modified":"2024-11-23T17:33:22","modified_gmt":"2024-11-23T15:33:22","slug":"essbare-wildstraeucher","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/?page_id=8425","title":{"rendered":"Klimaresistente Alte Obstbaumsorten"},"content":{"rendered":"<p>Views: 725<\/p>\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Streuobstwiesen <\/strong>geh\u00f6ren schon seit mehreren Jahrhunderten zu dem pr\u00e4genden\u00a0 Landschaftsbild in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Der Name\u00a0 leitet sich durch die oft verstreute Anpflanzung der B\u00e4ume ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Vorwiegend werden die Fl\u00e4chen <strong>extensiv<sup data-fn=\"a9744068-3a31-46f5-883c-0cc1d7b8ee0c\" class=\"fn\"><a href=\"#a9744068-3a31-46f5-883c-0cc1d7b8ee0c\" id=\"a9744068-3a31-46f5-883c-0cc1d7b8ee0c-link\">1<\/a><\/sup> genutzt<\/strong> und mit Hochst\u00e4mmen bepflanzt. Insbesondere die alten Fl\u00e4chen mit alten B\u00e4umen sind neben den B\u00e4umen selbst <strong>reich an Artenvielfalt<\/strong>, so haben sich mittlerweile viele Pflanzen und Tierarten an diese von dem Menschen geschaffene Kulturlandschaft gew\u00f6hnt und sie auf diesen Lebensraum angewiesen. Rationalisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft ab Mitte des 20 Jahrhunderts, so wie ein teils \u00fcbertriebener Anspruch der Konsumenten an die Qualit\u00e4t der Fr\u00fcchte, haben aber vermehrt zu einem Verlust dieser Fl\u00e4chen gef\u00fchrt bzw. eine Bewirtschaftung unwirtschaftlich gemacht.\u00a0 So sch\u00e4tzt die <em>Bayerische\u00a0Landesanstalt\u00a0f\u00fcr Landwirtschaft (LfL)<\/em>, dass zwischen 1965 und 2012 allein im Freistaat Bayern 70% der Streuobstbest\u00e4nde beseitigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Urspr\u00fcnge der modernen Sorten reichen wahrscheinlich schon Millionen von Jahren zur\u00fcck und stammen von den <strong>Wildformen <\/strong>ab. Obstsorten sind fr\u00fcher i.d.R. als <strong>Zufallss\u00e4mlinge <\/strong>aus wilden Hecken, Flur\u00a0 oder W\u00e4ldern entnommen worden. Zufallss\u00e4mlinge sind sowohl durch nat\u00fcrliche als auch durch menschliche Selektion und\/oder Mutation, Kreuzung entstanden, bei letzterem standen bzw. stehen heute noch die Verwendbarkeit im Fokus. So entstanden \u00fcber die Jahrhunderte in ganz Europa tausende von Sorten. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des 20ten Jahrhunderts begann man dann mit der systematischen <strong>Z\u00fcchtung <\/strong>der Obstsorten. Der\u00a0 moderne Erwerbsobstbau konzentriert sich heute auf wenige Sorten mit <strong>hohen Ertr\u00e4gen,<\/strong> <strong>gleichm\u00e4\u00dfiger Form <\/strong>und <strong>homogener Farbgebung<\/strong>. Diese Entwicklung geht meist jedoch zu\u00a0 Lasten der <strong>Pflanzengesundheit <\/strong>und erfordert neben einem intensiven Pflanzenschutz einen regelm\u00e4\u00dfigen Schnitt und eine gute N\u00e4hrstoffversorgung. Zudem unterliegen die Z\u00fcchtungen meist\u00a0 einem Sortenschutz. Sie\u00a0 eignen sich daher nur sehr schlecht f\u00fcr eine extensive Bewirtschaftung ohne <strong>gro\u00dfen D\u00fcngemittel\/Pflanzenschutzeinsatz<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00c4hnlich wie bei den Aufforstungen im Wald steht man heute bei der Neupflanzung von Obstb\u00e4umen vor der Frage, welche Sorten wohl in Zukunft mit zunehmenden trockenen Verh\u00e4ltnissen klar kommen werden. Grunds\u00e4tzlich sollten auch bei der Anpflanzung neuer (klimafreundlicher)Streuobstwiesen drei wichtige\u00a0 Grundkriterien beachtet werden. Diese sind: <strong>Verwendungszweck<\/strong>, <strong>Wuchs-Charakter<\/strong> und\u00a0 <strong>Pflegeaufwand<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Alten Obstbaumsorten wird pauschal oft eine hohe Resistenz gegen\u00fcber Krankheiten nachgesagt. Jedoch wird dabei vergessen, dass das auch nur gilt, wenn der Baum auf einem f\u00fcr ihn <strong>richtigen Standort<\/strong> steht. B\u00e4ume mit einer schlechten Vitalit\u00e4t sind grunds\u00e4tzlich immer st\u00e4rker gegen\u00fcber Krankheiten pr\u00e4disponiert. Als Beispiel ist z.B. die <em>Champagnerrenette \u00a0<\/em>zu nennen, die auf nassen Standorten als krebsanf\u00e4llig gilt. Oder die Mehltau Anf\u00e4lligkeit der Sorte <em>Cox Orange <\/em>bei zu trockenen Standorten.\u00a0Der Standort (Boden!!), ist also ein wichtiger Faktor, der\u00a0neben der <strong>Klima-Resistenz\/Trockenheitsvertr\u00e4glichkeit<\/strong> eine Rolle spielt. Am besten sind nat\u00fcrlich Sorten, die grunds\u00e4tzlich anspruchslos sind. Neben der <strong>Sortenauswahl <\/strong>ist auch auf eine <strong>korrekte Pflanzung<\/strong> und eine <strong>korrekte Jungbaumpflege<\/strong> zu achten, da hier der Grundstein f\u00fcr ein langes Baumleben gelegt wird.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>In Zusammenhang mit dem <a href=\"https:\/\/allianz-fuer-beteiligung.de\/foerderprogramme\/kickstart-klima\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>Projekt Klima Kickstart<\/strong> <\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"156\" class=\"wp-image-8439\" style=\"width: 150px;\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image.png\" alt=\"\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image.png 2184w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image-289x300.png 289w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image-987x1024.png 987w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image-768x797.png 768w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image-1480x1536.png 1480w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/image-1973x2048.png 1973w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/p>\n\n\n\n<p>wurde die bereits existierende Pflanzung auf dem Gro\u00dfen Hard erg\u00e4nzt. Klassisch f\u00fcr extensive Nutzung wurde auf <strong>langlebige, stark\u00a0 wachsende<\/strong> Hochstamm-Unterlagen\u00a0 zur\u00fcckgegriffen und ein besonderes Augenmerk auf <strong>Trockenheitsvertr\u00e4glichkeit <\/strong>geachtet. <\/p>\n\n\n\n<p>Im nachfolgenden Text sollen die Sorten, die gepflanzt wurden, n\u00e4her\u00a0vorgestellt werden. Da sich die Hochstamm-Form nur bedingt f\u00fcr kleine G\u00e4rten eignet, soll auch kurz auf die verschiedenen g\u00e4ngigen Ziehformen eingegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ziehformen im Obstbau<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben dem klassisch im&nbsp; extensiv&nbsp; gef\u00fchrten Anbau vertretenen Hochstamm gibt es noch weitere Ziehformen. Diese sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Halbstamm<\/li>\n\n\n\n<li>Viertelstamm<\/li>\n\n\n\n<li>Stammbusch<\/li>\n\n\n\n<li>Spindelbusch<\/li>\n\n\n\n<li>gezogene Spalierform (Hecke)<\/li>\n\n\n\n<li>Pillarbaum (Apfel, Quitte und Birne)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>F\u00fcr den Hausgarten eignet sich vor allem der <strong>Viertelstamm, Stammbusch, Spindelbusch<\/strong> oder z.B. direkt an der Hauswand eine gezogene <strong>Spalierform<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"919\" height=\"507\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8521\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image.png 919w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-300x166.png 300w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-768x424.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 919px) 100vw, 919px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Baumschule G\u00fcnter Kirner o.J.)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sortenauswahl<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00c4pfel<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bittenfelder S\u00e4mling<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sorte stammt aus der Ortschaft Bittenfeld nahe der Stadt Waiblingen. Jahr der Z\u00fcchtung ist nicht bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bittenfelder S\u00e4mling eignet sich haupts\u00e4chlich aufgrund seiner S\u00e4ure als <strong>Most\/Saftapfel\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Apfel reift erst sp\u00e4t aus und ist daher f\u00fcr zu frostige Lagen nicht geeignet. Der Apfel erreicht die Pfl\u00fcckreife von Ende Oktober bis Mitte November und kann bei guter Lagerung bis in den n\u00e4chsten Fr\u00fchling gelagert werden. Herabfallende Fr\u00fcchte faulen nur langsam.<\/p>\n\n\n\n<p>Baum:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Baum w\u00e4chst schwach an, aber einmal angewachsen ist der Wuchs stark. Folgend durch das starke Wachstum setzt der Ertrag sp\u00e4t daf\u00fcr regelm\u00e4\u00dfig und hoch ein. <strong>Hohe Widerstandskraft gegen\u00fcber Krankheiten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"452\" height=\"603\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-1.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8522\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-1.png 452w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-1-225x300.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 452px) 100vw, 452px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Leo Michels 10\/2011)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Blumberger Langstiel<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>Zufallss\u00e4mling&nbsp; Die Sorte kommt aus Blumberg in der N\u00e4he von Donaueschingen.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p>Sorte eignet sich vor allem als <strong>Tafelapfel<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Gut Lagerf\u00e4higer Tafelapfel Pfl\u00fcckreife ab Ende September \/ Anfang Oktober<\/p>\n\n\n\n<p>Baum:<\/p>\n\n\n\n<p>Stark wachsender Baum, mit ausladender Krone, der einen regelm\u00e4\u00dfigen Schnitt ben\u00f6tigt. Aufgrund des starken Wuchses nur bedingt f\u00fcr G\u00e4rten geeignet. Die Ertragsmenge variiert sehr in den verschiedenen Jahren. Sorte <strong>gilt als robust in allen Lagen<\/strong>.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"709\" height=\"446\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8523\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-2.png 709w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-2-300x189.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 100vw, 709px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Kreisverband Obstbau Bamberg 2011)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sch\u00f6ner von Boskoop<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sorte ist im Jahr 1856 in der Ortschaft Boskoop in den Niederlanden entstanden. Die Sorte Roter Boskoop entstand 1923 aus dieser Sorte.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p>Sorte eignet sich vor allem als <strong>Tafelapfel <\/strong>und ist auch noch heute als Wirtschaftsapfel g\u00e4ngig.<\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Apfel ist ab September pfl\u00fcckreif. Die Genussreife setzt bei Lagerung aber erst ab Dezember ein. Davor ist die Sorte sehr s\u00e4uerlich. Bei zu trockenen Lagern kommt es zum Schrumpfen der Fr\u00fcchte. Die \u00c4pfel haben ein <strong>hohes Vitamin C-Gehalt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Baum:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Baum ist nicht ganz anspruchslos und verlangt n\u00e4hrstoffreiche, nicht frostgef\u00e4hrdete Lagen. Die Krone wird sehr breit und es handelt sich um eine stark wachsende Sorte. Der Ertrag setzt sp\u00e4t ein und neigt zur Alternanz<sup data-fn=\"7a2d44de-0f3e-4ce1-bcd2-38ffa77c49c9\" class=\"fn\"><a href=\"#7a2d44de-0f3e-4ce1-bcd2-38ffa77c49c9\" id=\"7a2d44de-0f3e-4ce1-bcd2-38ffa77c49c9-link\">2<\/a><\/sup>. Das Holz ist ein leicht frostgef\u00e4hrdet. Die Sorte ist ein wenig anf\u00e4llig f\u00fcr Schorf.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"462\" height=\"615\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8524\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-3.png 462w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-3-225x300.png 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 462px) 100vw, 462px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(unbekannt 12\/2016)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Roter Eiserapfel<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sorte ist schon lange in Europa bekannt und wurde vermutlich schon im 16ten Jahrhundert in Franken angebaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tafelapfel<\/strong>. Der Apfel war bis in die 1950er Jahre aufgrund seiner <strong>guten Lagerf\u00e4higkeit<\/strong> auch als Wirtschaftsapfel\u00a0 beliebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Der Apfel h\u00e4lt sich lange am Baum und ist erst ab Ende Oktober Pfl\u00fcckreif. Die volle Genussreife tritt aber erst ab Januar ein. Dann hat er einen s\u00fc\u00df-s\u00e4uerlichen Geschmack. Bei guter Lagerung l\u00e4sst sich die Sorte bis in den Fr\u00fchsommer des n\u00e4chsten Jahres lagern.<\/p>\n\n\n\n<p>Baum:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Sorte ist allgemein stark w\u00fcchsig und bildet runde, kugelf\u00f6rmige Kronen aus. Die Bl\u00fcte ist witterungsunempfindlich und der Baum hat eine gute Widerstandsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber Krankheiten und Sch\u00e4dlingen. Die Sorte stellt allgemein keine hohen Anspr\u00fcche an den Boden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-4.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"454\" height=\"341\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-4.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8525\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-4.png 454w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-4-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 454px) 100vw, 454px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Helge-Klaus Rieder 2021)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-5.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"459\" height=\"344\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-5.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8526\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-5.png 459w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-5-300x225.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 459px) 100vw, 459px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Helge-Klaus Rieder 2021)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Birnen<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Madame Vert\u00e9<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>Belgien 1810 in der N\u00e4he von Br\u00fcssel als Zufallss\u00e4mling entdeckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung als <strong>Tafelbirne <\/strong>und f\u00fcr die <strong>Kompottherstellung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Pfl\u00fcckreife ab Mitte bis Ende Oktober. Wintersorte.<br>Kleine Frucht mit angenehmem Aroma. Frucht ist optisch nicht so ansprechend.<\/p>\n\n\n\n<p>Baum:<\/p>\n\n\n\n<p>Baum mit schwachem pyramidalen Wachstum. Der Ertrag setzt sp\u00e4t ein, ist daf\u00fcr aber konstant und regelm\u00e4\u00dfig. Sowohl das Laub als auch das Holz sind sehr <strong>widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber Frost, Krankheiten und Sch\u00e4dlingen<\/strong>. Die Sorte hat sich in der Vergangenheit auch gut f\u00fcr Spaliere an W\u00e4nden bew\u00e4hrt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-6.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"648\" height=\"629\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-6.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8527\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-6.png 648w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-6-300x291.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 648px) 100vw, 648px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Baumschule Ley o.J.)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">N\u00e4gelsche Birne<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>Genaue Herkunft unbekannt, manche Quellen sprechen von Baden W\u00fcrttemberg<br>Erstmals beschrieben in 1854.<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p>Als <strong>Kompott- Birne<\/strong> und zum <strong>Brennen von Schn\u00e4psen<\/strong>. L\u00e4sst sich aber auch als einige der wenigen Brennbirnen als (kurzfristiges)<strong>Tafelobst <\/strong>verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Reife Anfang bis Mitte September. Die Frucht h\u00e4lt nur kurz und fault schnell. S\u00fc\u00dfer, leicht herber Geschmack.<\/p>\n\n\n\n<p>Baum: <\/p>\n\n\n\n<p>Baum mit guten bis starkem Wachstum. Mittelfr\u00fche Bl\u00fcte, regelm\u00e4\u00dfiger, fr\u00fcher und hoher Ertrag. Sorte ist\u00a0speziell f\u00fcr windige Lagen gut geeignet. Anspruchslos, leichte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Feuerbrand.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-7.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"772\" height=\"619\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-7.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8528\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-7.png 772w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-7-300x241.png 300w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-7-768x616.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 772px) 100vw, 772px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Kiefer o.J.)\u00a0<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gellerts Butterbirne<\/h3>\n\n\n\n<p>Herkunft:<\/p>\n\n\n\n<p>In Frankreich im Jahr 1820 von der Baumschule Bonnet gez\u00fcchtet. 1838 durch den Pomologen<sup data-fn=\"4991d4b5-928a-4995-8968-4f8d7043f3d3\" class=\"fn\"><a href=\"#4991d4b5-928a-4995-8968-4f8d7043f3d3\" id=\"4991d4b5-928a-4995-8968-4f8d7043f3d3-link\">3<\/a><\/sup> Oberdieck in Deutschland eingef\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Verwendung:<\/p>\n\n\n\n<p>Haupts\u00e4chlich als <strong>Tafelbirne<\/strong>, l\u00e4sst\u00a0 sich aber auch f\u00fcr die <strong>Saftherstellung <\/strong>verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Frucht:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Birne ist recht saftig und s\u00fc\u00df. Optisch weniger ansprechend.<\/p>\n\n\n\n<p>Pfl\u00fcckreife ab Mitte September. Die Lagerf\u00e4higkeit h\u00e4lt in der Regel nur wenige Wochen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt betrachtet jedoch eine gute Sorte f\u00fcr den Direktverzehr.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>Baum:<\/p>\n\n\n\n<p>Baum mit einem starken&nbsp; Wachstum. Mittelfr\u00fche Bl\u00fcte, die bei guter Witterung sehr lange anh\u00e4lt. Die Sorte ist in der Jugend nicht so schnittvertr\u00e4glich. Die Ertr\u00e4ge setzen sp\u00e4t ein, sind dann aber hoch. Bei einem regelm\u00e4\u00dfigen Pflegeschnitt bleibt der Ertrag konstant.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-9.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"940\" height=\"627\" src=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-9.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8530\" srcset=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-9.png 940w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-9-300x200.png 300w, http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/11\/image-9-768x512.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 940px) 100vw, 940px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">(Glysiak 2016)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"a9744068-3a31-46f5-883c-0cc1d7b8ee0c\">Extensive Landnutzung bezeichnet eine Form der Landwirtschaft, bei der vergleichsweise wenig Arbeit, Kapital oder Ressourcen eingesetzt wird. Sie ist gekennzeichnet durch niedrige Produktionsintensit\u00e4t, geringen Einsatz von D\u00fcnger oder Pestiziden und oft niedrige Ertr\u00e4ge.  <a href=\"#a9744068-3a31-46f5-883c-0cc1d7b8ee0c-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"7a2d44de-0f3e-4ce1-bcd2-38ffa77c49c9\">die Schwankung des Fruchtertrages im zweij\u00e4hrlichen Rhythmus <a href=\"#7a2d44de-0f3e-4ce1-bcd2-38ffa77c49c9-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"4991d4b5-928a-4995-8968-4f8d7043f3d3\">Die Pomologie (Obstbaukunde) ist die Lehre der Arten und Sorten von Obst sowie deren Bestimmung und systematischer Einteilung <em>(wikipedia.de)<\/em>. <a href=\"#4991d4b5-928a-4995-8968-4f8d7043f3d3-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 3 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Views: 725 Einleitung Streuobstwiesen geh\u00f6ren schon seit mehreren Jahrhunderten zu dem pr\u00e4genden\u00a0 Landschaftsbild in den verschiedenen Regionen Deutschlands. Der Name\u00a0 leitet sich durch die oft verstreute Anpflanzung der B\u00e4ume ab. Vorwiegend werden die Fl\u00e4chen extensiv genutzt und mit Hochst\u00e4mmen bepflanzt. Insbesondere die alten Fl\u00e4chen mit alten B\u00e4umen sind neben den B\u00e4umen selbst reich an Artenvielfalt, &hellip; <a href=\"http:\/\/www.nuvf.de\/wordpress\/?page_id=8425\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Klimaresistente Alte Obstbaumsorten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":5272,"menu_order":155,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":"[{\"content\":\"Extensive Landnutzung bezeichnet eine Form der Landwirtschaft, bei der vergleichsweise wenig Arbeit, Kapital oder Ressourcen eingesetzt wird. 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